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Die Neuen heißen Leo und sind elektrisch: KVG stellt erstmals Busse mit emissionsfreiem Antrieb in Dienst

Axel Gierga (KVG-Geschäftsführer), Thomas Pink (Bürgermeister der Stadt Wolfenbüttel), Rolf Stratmann (KVG-Aufsichtsratsvorsitzender) und Dr. Christoph Wilk (Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Abteilungsleiter Verkehr) zeigten nach der Testfahrt ihre Freude am neuen Fahrgefühl mit den Elektrobussen der KVG. (von links).

Die Kraftverkehrsgesellschaft mbH Braunschweig (KVG) stößt das Tor zur Elektromobilität im Linienbetrieb weit auf: Erstmals gehören Busse mit schadstofffreiem Antrieb zum Fuhrpark des Unternehmens. Diese wurden am 07. Februar 2017 auf dem Stadtmarkt Wolfenbüttel offiziell in Dienst gestellt. Die landesgeförderten Elektrofahrzeuge nahm Ministerialdirigent Dr. Christoph Wilk, vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Abteilungsleiter Verkehr, persönlich in Augenschein. Mit ihm ließen sich weitere Vertreter aus Politik und Gremien die neue Antriebstechnik erläutern. Zudem nutzten sie die Möglichkeit zu einer Testfahrt durch das Stadtgebiet Wolfenbüttel. Von den drei beschafften Elektrobussen des Herstellers Sileo aus Salzgitter setzt die KVG je ein Fahrzeug im Linienbetrieb des Stadtverkehrs Wolfenbüttel, Salzgitter und Helmstedt ein. Deren garantierte Reichweite pro Batterieladung beträgt mehr als 200 km.

Dr. Christoph Wilk lobte die Beschaffung von Elektrofahrzeugen durch die KVG als wichtigen Schritt in die Zukunft: „Elektromobilität ist ein hochaktuelles Thema, weshalb die Landesregierung die Anschaffung von Linienbussen mit alternativen Antriebsformen sehr gerne fördert. Dadurch macht der ÖPNV Elektromobilität für einen großen Teil der Bevölkerung erlebbar. Die Erfahrungen aus dem täglichen Betrieb der KVG-Elektrobusse werden zusätzliche Impulse für die Weiterentwicklung der Technik setzen. Ich freue mich, dass ein niedersächsischer Fahrzeughersteller als Gewinner der Ausschreibung für die Busse hervorgegangen ist. Dies stärkt die Innovationskraft des Mobilitätsstandortes Niedersachen.“ Die KVG erhält durch die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) für die Anschaffung der drei Elektrobusse eine Förderung in Höhe von rund 40 Prozent der Beschaffungskosten.

Der gegenüber Dieselbussen deutlich reduzierte Lärm macht sich bei Fahrgästen, Anwohnern und Passanten gleichermaßen bemerkbar. Die KVG-Elektrobusse fahren ohne den Ausstoß von Schadstoffen wie CO2, Feinstaub, Schwefeldioxid oder Stickoxid und sind somit emissionsfrei. Sie werden mit Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien des jeweiligen lokalen Energieversorgers geladen. Thomas Pink, Bürgermeister der Stadt Wolfenbüttel, begrüßt den Einsatz eines Elektrobusses: „Die Stadt Wolfenbüttel bietet ihren Bewohnern eine hohe Lebensqualität. Dazu trägt auch das gute städtische ÖPNV-Angebot bei. Zusätzlich wird die elektrische Antriebsart durch weniger Lärm und Schadstoffe die Aufenthaltsqualität aller Bürger der Stadt weiter verbessern. Die Stadt Wolfenbüttel setzt als Gesellschafter der KVG mit Ihrem Votum für den Elektrobus auch ein klares Bekenntnis zum städtischen Klimaschutz.“

Die KVG setzt je einen Elektrobus des Typs Sileo S12 mit 30 Sitz- und 59 Stehplätzen in Salzgitter und Wolfenbüttel ein. Ein Fahrzeug des Typs Sileo S10 mit 32 Sitz- sowie 46 Stehplätzen wird zunächst in Salzgitter und ab dem Sommer 2017 an seinem eigentlichen Standort im Stadtverkehr Helmstedt verkehren. Das Batteriesystem des 10,7 Meter langen Sileo S10 verfügt über eine Kapazität von 200 Kilowattstunden. Diese wird in 300 Batteriezellen der Lithium-Eisenphosphatbatterie gespeichert. Das Batteriesystem der beiden Sileo S12 hat eine Kapazität von 230 Kilowattstunden, die in 340 Batteriezellen gespeichert wird. Die Motorleistung beträgt bei beiden Modellen 240 kW. Diese stellen zwei Elektromotoren mit jeweils 120 kW zur Verfügung, welche die Hinterradachse antreiben.

Für den KVG-Aufsichtsratsvorsitzenden Rolf Stratmann war es bereits die zweite Testfahrt mit einem der neuen Elektrobusse: „Die KVG wird zeigen, wie alltagstauglich Elektromobilität im Linienverkehr bereits ist. Der ÖPNV hat somit Vorbildcharakter und wird die Akzeptanz für das umweltverträgliche Antriebskonzept insgesamt verbessern. Ich empfehle jedem Bürger sich selbst ein Bild vom gänzlich neuen Fahrgefühl zu machen“, erläuterte er aufgrund seiner ersten Erfahrungen.

Beim Abbremsen der Busse werden rund 75 Prozent der Bewegungsenergie in die Batterien zurückgespeist. Diese sogenannte Rekuperationsrate realisiert im Zusammenwirken mit dem Batteriesystem die hohe Reichweite pro Batterieladung. Die Hochvoltaggregate sind aufprallgeschützt auf dem Dach untergebracht. Daher präsentieren sich die Busse niederflurig und barrierefrei. Sie sind zudem mit Klimaanlagen ausgestattet.

Für KVG-Geschäftsführer Axel Gierga ist es jetzt an der Zeit Elektromobilität zu testen: „Nach einer 107-jährigen vom Dieselmotor geprägten Unternehmensgeschichte ist der Elektroantrieb für die KVG eine spannende Herausforderung.“ Ab Mitte Februar kommen die Fahrgäste in den Genuss des neuen Fahrerlebnisses. Die eingesetzten Fahrpersonale und das Werkstattteam haben bis dahin ein umfangreiches Schulungsprogramm durchlaufen. Die KVG testet die Elektrobusse im laufenden Jahr umfassend und wertet die gewonnen Erkenntnisse gemeinsam mit dem Hersteller sorgfältig aus. Auf Basis der Datengrundlage entscheidet der KVG-Aufsichtsrat 2018 über die weitere Umstellung auf den elektrischen Antrieb.

Geladen werden die Elektrobusse ausschließlich auf dem KVG-Betriebshof. Murat Bozankaya, Unternehmensgründer der Sileo GmbH, freut sich auf die Reaktion der KVG-Kunden zum Elektrobus „Made in Salzgitter“: „Durch das leistungsstarke Sileo-Batteriesystem funktioniert ÖPNV bereits heute ohne Infrastruktur zur Zwischenladung. Die Übernachtladung auf dem Betriebshof reicht aus, um Umläufe von über 230 km zu ermöglichen. Dies spart Investitionskosten für Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum. Daraus resultierend ist die KVG in der Lage, die Fahrzeuge flexibel und ökonomisch im Linieneinsatz zu nutzen, ohne Rücksicht zu nehmen, dass fixierte Ladestationen für die Zwischenladung anzufahren sind.“

Die neuen Fahrzeuge haben als sogenannte Zukunftsbusse weitere Extras für die Fahrgäste an Bord: Erstmals erhalten die Mitfahrenden auf einem TFT-Monitor Informationen zum aktuellen Fahrtverlauf samt Echtzeitinformationen. In den Bussen bietet kostenloses WLAN den Fahrgästen einen Zugang zum Internet. An einigen Sitzplätzen sind USB-Anschlüsse zum Laden von mobilen Endgeräten verfügbar. WLAN und USB-Lademöglichkeiten wird es vorerst nur in den Elektrobussen geben. Die KVG beobachtet deren Akzeptanz sorgfältig und entscheidet dann über eine weitere Ausweitung des Angebotes.

Die KVG wird die neuen Fahrzeuge zunächst unter unterschiedlichsten Bedingungen testen. Daher benötigen Fahrgäste vorerst noch etwas Glück zur richtigen Zeit an einer Haltestelle zu stehen, die von einem Elektrobus bedient wird.

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Jährlich sind im Gebiet des Verbundtarifs Region Braunschweig rund 100 Millionen Menschen mit Bus & Bahn unterwegs. Der besondere Vorteil: Sie können im Gebiet des Verbundtarifs Region Braunschweig (VRB) alle Nahverkehrsmittel benutzen, ohne einen neuen Fahrschein kaufen zu müssen. Sie betreten zum Beispiel in Edemissen den Bus, steigen in Peine in den Zug um und in Braunschweig in die Stadtbahn – alles mit nur einer VRB-Fahrkarte. Nahverkehrsmittel sind: Bus im Stadt- und Regionalverkehr, Regionalbahn, Regional-Express, Stadtbahn, Anruf-Sammel-Taxi, (AST), Anruf-Linien-Taxi (ALT), Anrufbus in folgenden Gemeinden: Hankenbüttel, Wesendorf, Wittingen, Brome, Boldecker Land, Sassenburg, Gifhorn, Meinersen, Edermissen, Wendeburg, Isernbüttel, Papenteich, Hohenhameln, Peine, Ilsede, Lahstedt, Engelade, Vechelde, Burgdorf, Salzgitter, Braunschweig, Wolfenbüttel, Lehre, Wolfsburg, Velpke, Königslutter am Elm, Grasleben, Helmstedt, Nordelm, Elm, Schöningen, Büddenstedt, Heeseburg, Schöppenstedt, Asse, Sickte, Cremlingen, Oderwald, Cramme, Flöthe, Salzgitter,Baddeckenstedt, Lutter am Barenberge, Liebenburg, Vienenburg, Goslar, Bad Harzburg, Langelsheim, Seesen, Oberharz, Hahnenklee, Torfhaus, Braunlage, St. Andreasberg, Schladen